Von DigComp zur digitalen Resilienz: Ein erfahrungsorientierter Ansatz zur Medienkompetenz 

Das SMART-AGE-Projekt wurde auf der 21. Internationalen DisCo-Konferenz durch den Doktoranden und Projektmitarbeiter Miljenko Hajdarović von der Öffentlichen Universität Čakovec präsentiert. Die Konferenz mit dem Titel Future-Ready Skills: Cultivating Digital Fluency and Opportunity for Youth, Women, and Displaced Communities fand vom 24. bis 25. Juni 2026 in einem hybriden Format in Prag und online statt und wurde vom Zentrum für Hochschulstudien und der Westböhmischen Universität in Plzeň/Pilsen organisiert. 

In seinem Online-Vortrag „Von DigComp zur digitalen Resilienz: Gestaltung eines erfahrungsorientierten Lehrplans zur Medienkompetenz für ältere Erwachsene“ untersuchte Hajdarović, wie europäische Rahmenwerke zur digitalen Kompetenz in sinnvolle Lernerfahrungen für ältere Erwachsene umgesetzt werden können. Er argumentierte, dass Kompetenzrahmen zwar notwendig seien, um zu definieren, was Menschen wissen und können sollten, dass sie jedoch für sich genommen keinen adäquaten pädagogischen Ansatz für die Senior:innenbildung darstellten. 

Der Vortrag stellte die im Rahmen des Erasmus+-Projekts „SMART AGE“ entwickelten Arbeiten vor, das darauf abzielt, die Medienkompetenz und digitale Resilienz bei Erwachsenen ab 60 Jahren zu stärken. Das Projekt adaptiert DigComp 3.0 in zehn altersgerechte Lerncluster, die Informations- und Medienkompetenz, Desinformation, KI-generierte Inhalte, Algorithmenbewusstsein, Online-Betrug, Datenschutz, digitales Wohlbefinden, verantwortungsbewusstes Teilen, bürgerschaftliche Teilhabe und reflektierte digitale Autonomie abdecken. 

Ein zentrales Element des Vortrags war die „Experience-Driven Media–Digital Taxonomy“. Das Modell verbindet DigComp 3.0, den Ansatz der UNESCO zur Medien- und Informationskompetenz sowie die Geragogik und betrachtet das Wissen, die Erinnerungen und die Lebenserfahrungen älterer Erwachsener als wichtige Lernressourcen. Der Lernfortschritt verläuft von Erfahrung und Erkennung über Vergleich, Interpretation und Beurteilung hin zu zielgerichtetem Handeln und der Übertragung von Wissen auf neue digitale Situationen. 

Hajdarović stellte außerdem die Ergebnisse einer externen Begutachtung vor, an der 12 Expert:innen aus acht europäischen Ländern (Österreich, Belgien, Kroatien, Finnland, Deutschland, Serbien, Slowenien und Spanien) beteiligt waren. Die Gutachter:innen bewerteten die Übereinstimmung des Rahmenwerks mit den einschlägigen Standards, die Relevanz der behandelten Themen sowie dessen Eignung für die Entwicklung von Lehrplänen und Online-Kursen positiv. Ihre Empfehlungen – darunter eine einfachere Sprache, mehr Beispiele aus dem Alltag und klarere Bewertungskriterien – werden in die Weiterentwicklung des SMART-AGE-Lehrplans einfließen. 

In der Präsentation wurde betont, dass sich die digitale Kompetenz älterer Erwachsener nicht auf das Erlernen der Bedienung bestimmter Tools beschränken sollte. In einem Umfeld, das zunehmend von künstlicher Intelligenz, algorithmischen Plattformen, Falschinformationen und Online-Risiken geprägt ist, muss Bildung auch die Fähigkeit zur Interpretation, zu fundierten Urteilen, zu verantwortungsvollem Handeln und zu langfristiger digitaler Autonomie fördern. 

Der vollständig ausgearbeitete SMART-AGE-Lehrplan wird in Kürze verfügbar sein.